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Shostakovich und der Beckenboden: Atemworkshop mit Sophie Stahl

Shostakovich‘s Walzer N°2 steht auf dem Programm für die Freilichtbühne. Und nun die spannende Frage an Sie, liebe Leserschaft: Was hat das mit dem Beckenboden zu tun?

Die Antwort darauf ist Takt 148 bis 182 in der Tenorsaxophonstimme. Im flotten Walzertempo sollen diese Saxophone nun nach 1,5 Jahren Pause jeweils auf 2 und 3 einen sanften Nachschlag im piano spielen. Leise und sanft sind von jeher nicht die Worte, die einen Saxophonisten beschreiben, und ohne Ansatz ist das noch einmal doppelt schwierig.

Aber die Rettung ist nicht fern. Am Donnerstag vor dem besagten Konzert gab es einen Atmungsworkshop im JEB mit Sophie Stahl, Physiotherapeutin und Oboistin, und diese erklärte uns, mit Einatmen und Ausatmen ist beim Spielen einfach nicht ausreichend getan. Es gab Übungen zur Mobilisation des Zwerchfells, der Rippen und man lernte seinen Beckenboden etwas näher kennen. Alles in Kombination ist laut Sophie also das, was jeder Blasmusiker gemeinhin als Stütze kennt.

Wie hilft das nun unseren beiden Tenorsaxophonisten weiter? Hier der Trick: Zunächst wird erst einmal tief eingeatmet und wieder ausgeatmet, um sämtlich Muskulatur zu entspannen. Dann rechtzeitig einatmen, Beckenboden und Bauchmuskulatur gezielt anspannen und damit den Druck auf die Lunge erhöhen. Die Tonhöhe und Luftgeschwindigkeit steigt und lässt sich so viel leichter kontrollieren. Ein piano auch auf dem Saxophon wird möglich. Und danach ganz WICHTIG, Zwerchfell, Beckenboden und Bauchmuskulatur wieder komplett entspannen, denn nur ein entspannter Muskel, kann erneut wieder Spannung aufbauen.

Danke Sophie, von Saxophonen die leise spielen können, träumt jeder Blasorchesterdirigent.

 

Für weitere Infos:
www.sophiestahl.com

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