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HYPER! – Tour nach Hamburg zur Langen Nacht der Museen

2016 hatte das JEB begonnen, systematisch einen neuen Stil als Unterhaltungsorchester zu erarbeiten. Dieser sollte vom Look her wie eine Band wirken, cool statt klassisch, frontales Entertainment statt Begleitmusik.
Der Höhepunkt sollte nun unser Gig in den Deichtorhallen Hamburg werden, als Teilprogramm der Ausstellung „HYPER! – A Journey into Art and Music“.

Am Samstag Morgen ging es mit leichter Verspätung los – unser Drummer hatte den stets unberechenbaren Berliner Nahverkehr unterschätzt. Im Bus hielt unser Dirigent Henning Strassburger einen Einführungsvortrag zur „Theorie der Popmusik – von Diedrich Diederichsen bis Madonna“, der für einigen Diskussionsstoff sorgte, denn: Was ist gute Popmusik, was weniger gute?
In Hamburg angekommen checkten wir kurz ins Hotel ein und dann weiter zum Auftrittsort, wo wir vom Team der Deichtorhallen schon erwartet wurden und die uns dann auch hervorragend betreuten. Kurzfristig entschieden wir, ein kleines Set open air zu spielen, es war tolles Wetter und durch die „Lange Nacht der Museen“ strömten ab 18 Uhr die Besucher in Massen zu den Ausstellungshallen. Trotz kräftiger Hamburger Windböen legten wir ein knackiges Warm-Up hin, das versprach ein toller Abend zu werden!

Max Dax und Prof. Dr. Dirk Luckow

Wir wurden dann vom Intendanten Prof. Dr. Luckow begrüßt und vom Kurator der Ausstellung Max Dax, ehemaliger Chefredakteur der SPEX und des Electronic Beats Magazines, durch die Ausstellung geführt. In den beeindruckenden Hallen verknüpften sich die Arbeiten von Peter Saville, Kim Gorden, Scott King, Albert Oehlen oder Andreas Gursky zu einer beeindruckenden Tour von Akteuren innerhalb der Pop- und Elektromusik, auch eine Arbeit unseres Dirigenten war zu sehen, der im „echten“ Leben bildender Künstler ist.
20 Uhr setzten wir dann zu unserem 2. Show-Set an, von Deep Purple, Michael Jackson, Tom Jones und Britney Spears war alles dabei, in ironischen „Mash Ups“ wie nur die JEB-Band sie im Repertoire hat. Das Publikum ging gut mit, die Partystimmung auf der Bühne übertrug sich sofort.

Für uns war dies mit Sicherheit ein Meilenstein in der Orchestergeschichte, denn die interessante Verknüpfung von high und low culture in unserem Genre als Blasorchester gelang für uns dort zum ersten Mal in Reinstform. Das timing hätte auch nicht besser sein können, denn im Backstage Bereich lief der trashige Eurovison Song Contest ESC, bei dem Madonna als zentrale Figur einen historisch schlechten Auftritt lieferte, den die Presse zum Teil als Ruin ihrer Karriere* bezeichnete. Wie lustig, dass wir genau solche Momente zuvor durch den Kakao gezogen hatten – der Zufall war auf unserer Seite!
Wir hatten dann einen unterhaltsamen Abend in Hamburg und am nächsten Morgen ging es schon wieder zurück nach Berlin. What a Journey: Into Art and Music!

 

* s. „Dieser Auftritt hat Madonnas Karriere zerstört“, WELT vom 19.5. 2019

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