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Der Herr der Ringe – Was für ein Erlebnis

Wolkenloser Himmel und strahlender Sonnenschein: die Berliner strömten zum Feierabend in die Parks und die Balkone wurden für das erste Angrillen im Jahr vorbereitet. Doch dieses spezielle Konzert wollten sich viele nicht entgehen lassen.
Und so konnte sich das JEB I BO  auf sein Publikum verlassen und die lange Schlange an der Abendkasse versprach einen vollen Saal.

Pünktlich 19 Uhr betrat das 70köpfige Ensemble mit seinem Dirigenten Henning Straßburger die Bühne des Konzertsaales in der Waldorfschule Kreuzberg.
Mit Verve und Spielfreude präsentierte das Orchester Alfred Reed’s ‚Hounds of Spring’, einen Klassiker der Blasorchester Literatur. Besonders im lyrischen Teil konnten die Holzbläser ihren tiefen erdigen Klang entfalten, der durch ein bestechend schönes Englisch Horn Timbre angeführt wurde. Im zweiten Werk des Abends, ‚And Still the Spirit’ von Philip Sparke, wurden die weiten musikalischen Bögen durch das Bariton vorgestellt und ins Orchester Tutti hineingetragen, welches dann schlagartig in ein rasantes Tempo wechselte. Klanggewaltig führten die Musiker das Stück dann zu seinem melancholisch verhallenden Ende, welches im pianissimo erstarb.
Manche im Publikum waren vielleicht etwas verwundert, dass es nun schon eine Pause gab, aber da das Hauptwerk des Abends eine Stunde dauern sollte, genoss man einen kühlen Drink auf dem Vorplatz.

„Ein sehr beeindruckender Abend, vielen Dank für dieses außergewöhnliche Musikerlebnis!“ *

Der Theaterschauspieler Niklas Maienschein betrat die Bühne. In einem Monolog führte er mit originalen Textpassagen aus Tolkiens ‚Der Herr der Ringe’ in das Reich der Zauberer, Elben und Hobbits ein, bevor das Orchester Johan de Meijs Meisterwerk präsentierte. In einer speziell erarbeiteten Textfassung von Johannes F. Kretschmann befanden sich die Musiker in einem Zwiegespräch mit dem Schauspieler, der Passagen im Stück mit Textsequenzen füllte und die 5sätzige Sinfonie dadurch dialogisch ohne Unterbrechung erklang. Maienschein war nicht nur Erzähler, er wurde auch zu Gandalf, er schrie als Gollum und nahm sentimentalen Abschied als Hobbit. Durch diese Intensität gelang es, die Sinfonie als fließenden Erzählstrang zu präsentieren.
Mit lang anhaltendem jubelndem Applaus wurde die exzellente Leistung des Orchester schließlich vom Publikum honoriert.

Dieses Konzert war sicherlich ein Meilenstein in der Geschichte des JEB Blasorchesters!

Der Herr der Ringe

 

Dirigent und Schauspieler kurz vor ihrem Auftritt

 

Schauspieler Niklas Maienschein im Bühnenlicht

* Zuschauerkommentar auf Facebook.

 

 

Comments

  • 28. Mai 2018
    reply

    Horst Thomas

    Ich gehörte dem Blasorchester von 59 bis 64 an, habe die Tube in B gespielt und von Herbert Müntzel gelegentlich seine leere Rössli Packung an den Kopf bekommen, nämlich dann, wenn irgend etwas schief gelaufen war. So hochwertige Blasmusik haben wir damals nicht gemacht. Wir waren eine Bläsergruppe, die aus dem Symphonischen Orchester gebildet wurde und so mehr als Zugabe zu einem symphonischen Konzert gedacht war. Tuba habe ich geblasen, weil es keine gab; ich stand seid der Gründung des Symphonischen Orchesters am Kontrabass (das war so um 1955 ) und Müntzel meinte, ich schaffe auch noch die Tuba; zuerst in B und dann wurde für Finlandia die in F gebraucht.

    Eine wunderbare Zeit und es ist schön zu sehen, was aus Müntzels Orchester, Chor und Blasorchester geworden ist. Müntzel war Leiter der Volksmusikschule Reinickendorf an der Emmentaler Str Ecke Thurgauer Str. und rekrutierte seine Schüler häufig aus dem nebenan gelegenen Friedrich Engels Gymnasium. Zug um Zug hat er das Orchester, den Chor und dann das Blasorchester aufgebaut und geformt. Etwas schade, dass der Geschichte des JEB und seinem Gründer in dieser Internet Präsentation wenig Raum gegeben wurde. Dem JEB alles Gute für die Zukunft.

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