Frank Markowitsch 2017-10-17T13:05:10+00:00

Frank Markowitsch – Foto (c) Thomas Diehn

Über den unbändigen Wunsch nach musikalischer Qualität

Auf Wiedersehen, Frank Markowitsch!

Eine Würdigung der Arbeit als musikalischer Leiter des Chores des Jungen Ensemble Berlins von 1998 bis 2016

Es sind Momente größter Freude, begeisterter Euphorie. Zwerchfell gespannt, volle Konzentration. Und plötzlich: Gänsehaut. Wer im Chor singt, der kennt diesen Moment. Wenn die eigene Stimme plötzlich mit denen der anderen verschmilzt. Wenn aus vielen Sängern eins wird: Klang. Wenn die Harmonie so perfekt stimmt, dass die Luft flirrt…

Harmonie und das gegenseitige Vertrauen sind das Wichtigste in einer musikalischen Gemeinschaft – vor und hinter dem Pult! 18 Jahre lang hat Frank Markowitsch den Chor des Jungen Ensembles Berlin geleitet, er hat ihn mit seiner Leidenschaft geprägt wie kein anderer und zu dem gemacht, was er heute ist – einer der führenden nichtberuflichen Chöre in Deutschland, der 2009 in das Förderprogramm des Berliner Senats aufgenommen wurde.

In seiner Heimat hat Frank Markowitsch früh Geigen- und Klavierunterricht genommen. Dennoch begann er zunächst ein Germanistikstudium. „Ich wollte die Musik als Hobby behalten“, behauptet der gebürtige Mosbacher. Doch zwei Jahre später entscheidet er sich für den Wechsel an die UdK Berlin, studiert dort Schulmusik und im Anschluss Dirigieren an der HfM Hanns Eisler. Frank Markowitsch entdeckt immer neue Facetten seiner Musikleidenschaft. Das Studieren allein genügt dem ehrgeizigen Musiker nicht mehr.

1998 übernahm er den Chor des Jungen Ensembles Berlin. Es folgten fast 1000 Proben und fast 100 aufsehenerregende Konzertprojekte – darunter 3 Uraufführungen – mit insgesamt über 60.000 Besuchern. Gemeinsame Konzertreisen führten nach Tschechien, Frankreich, in die Türkei und nach Kolumbien. Unter Markowitschs Leitung erschien 2014 auch die Debüt-CD des Chores mit Arthur Honeggers König David (Rondeau Production).

In der Arbeit des Chores spiegelte sich stets Frank Markowitschs ganzheitliche Herangehensweise, in der er höchste musikalische Ansprüche mit den Ergebnissen eines fundierten Werkstudiums und aktuellen gesellschaftspolitischen und philosophischen Diskussionen verbindet. Die Leidenschaft und der unbändige Wunsch Frank Markowitschs nach hervorragender künstlerischer Qualität beflügelte: „Je länger Du Dich mit einem Werk beschäftigst, desto tiefer dringst Du in die Musik ein und desto mehr tut es Dir weh, wenn nicht erfüllt wird, was in dieser Musik steckt.“

Er forderte das uneingeschränkte Engagement der jungen Sängerinnen und Sänger und zeigte, dass Besonderes entstehen kann, wenn die Freude an der Musik und konzentrierte Arbeit zusammenkommen – belohnt wurde dies gleich mit mehreren Auszeichnungen. In den Jahren 2009 und 2013 errang der Chor beim Berliner Chorwettbewerb jeweils den 1. Preis mit Weiterleitung zum Deutschen Chorwettbewerb. Dort nahm der Chor sowohl in Dortmund 2010 als auch in Weimar 2014 „mit sehr gutem Erfolg“ teil.

Zum Wintersemester 2015/16 folgte Frank Markowitsch dem Ruf als Professor für Chor- und Orchesterdirigieren an die Hochschule für Musik Freiburg und übergab den Taktstock an seinen Nachfolger.

Für die neuen Herausforderungen wünschen die Sängerinnen und Sänger alles erdenklich Gute!

Danke für alles, Frank!

Eine Auflistung der JEB-Projekte unter der Leitung von Frank Markowitsch finden Sie in unserer Konzertchronik. Erfahren Sie hier mehr über Frank Markowitschs aktuelle Arbeit.