Programm
16. Januar 2003, Saalbau Neukölln
17. Januar 2003, Saalbau Neukölln
18. Januar 2003, Saalbau Neukölln
Die Brüste des Tiresias |
Therese/ Tiresias | Kristina Naudé |
Gatte | Thorbjörn Björnsson |
Direktor | Gabriel Urrutia Benet |
Gendarm | Sinon Berg |
Journalist, Sohn | Andreas Heideker |
Lacouf | Philipp Neumann |
Presto | Berthold Kogut |
Zeitungsverkäuferin | Renate Dasch |
Dame | Kristin Schulz |
Bärtiger Herr | Peter Dasch |
Conférencière | Berit Emma Käthe Ott |
Musikalische Leitung | Michael Riedel |
Choreinstudierung | Dennis Hansel |
Regie | Cordula Däuper |
Bühne | Christiane Kleiber |
Kostüme | Markus Karner |
Dramaturgie | Oliver Müller |
Produktionsleitung | Katja Anclam |
Regieassistenz | Stephanie Schwarz |
Dramaturgieassistenz | Ursula Cadenbach |
Filmregie | Markus Hilß |
Korrepetition | Stefan Paul, |
Maske | Anja Deskar |
Gewandmeisterei | Anne Herzau |
Zeichnungen | Caroline Wegener |
Requisite | Victoria Frenzel |
Garderobe | Lucie Noll |
Einführung
Berliner Erstaufführung:
Francis Poulencs surrealistische Oper DIE BRÜSTE DES TIRESIAS
Zwei Sportsfreunde erschießen sich, da sie sich nicht einigen können, wo sie sind. Sind sie in Sansibar? Oder in Paris? Auf jeden Fall aber sind sie im Saalbau Neukölln, wo Poulencs surreale Oper Die Brüste des Tiresias im kommenden Januar ihre Berliner Erstaufführung erlebt!
Therese hat es satt, als Frau dem Haushalt vorzustehen. Sie entlässt ihre Brüste aus dem weiblichen Dienst und wird General. Ihr erstaunter Mann kümmert sich daraufhin eigenständig ums Kinderkriegen: Er bekommt 11000 Stück. Sobald der Ehemann eine Schürze trägt, glaubt der Gendarm ein ''freches Mädchen'' zu sehen, übersieht die Leichen auf der Bühne und flirtet mit dem Ehemann. Die Sportsbrüder hingegen erwachen aus ihrem Tod, als das Moped des Gendarms direkt neben ihnen parkt und türmen damit.
Doch in der Zeitung steht bereits, dass sie sich erschossen haben…
Apollinaires drame surréaliste Die Brüste des Tiresias von 1917 ist die Librettogrundlage von Poulencs Oper und gilt als das erste surreale Theaterstück überhaupt. Und heute leben wir in einer durch Medien, Werbung und Show suggerierten ( Sur -/Über-/Neben-) Realität. Die Präsentation von Dingen selbst wird wichtiger als der Inhalt des zu Präsentierenden. Diesem Phänomen spürt der Opernabend nach, spielt mit Wahrnehmungsklischees, lässt das Vertraute ins Skurrile kippen und übt den Ausbruch aus dem Alltäglichen.
Ergänzt wird der Opernabend durch die groteske Tanzsuite ''Der Ochse auf dem Dach'' von Darius Milhaud, dem Poulenc Die Brüste des Tiresias gewidmet hat.
oper jetzt! ist ein unter diesem Namen zum ersten Mal auftretendes Berliner Opernensemble, das aus jungen Künstlern der Berliner off-Szene sowie Studenten und Absolventen der Berliner Kunsthochschulen besteht und das sich in der ursprünglichen personellen Zusammensetzung (Riedel / Däuper / Müller) und in der Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester des Jungen Ensemble Berlin in den vergangenen Jahren mit Opernproduktionen im Saalbau Neukölln einen Namen gemacht hat (zuletzt: Telefonopernabend ''Verbindung halten'' mit Poulenc: ''Die menschliche Stimme'' und Menotti ''The Telephone'', diese Aufführung wurde vom Staatstheater Cottbus als Gastspiel eingeladen).
oper jetzt! steht für den jugendlichen Zugriff auf Musiktheater-Werke, die aktuelles Potenzial in sich bergen und zu Unrecht im Abseits des Repertoires der deutschsprachigen Opernbühnen stehen – wie diese opéra bouffe, die von den drei Poulenc-Opern am seltensten gespielt wird.























