Februar 2009
Gemeinschaftskonzert
Sinfonieorchester des JEB + Andromeda Mega Express Orchestra
01.02.2009, 20:00 Uhr
Großer Saal der Philharmonie, Berlin
Musikalische Leitung: Michael Riedel und Daniel Glatzel
Programm:
Serge Prokofjew (1891-1953)
„Romeo und Julia“ – Suite Nr.2
Igor Strawinsky (1882-1971)
„Der Feuervogel“ (1945)
Daniel Glatzel (Andromeda Mega Express Orchestra)
Radioactive People, Asteroids u.a.
Kategorie I: 18,-/ erm. 14,- Euro (Blöcke A, B, E)
Kategorie II: 14,- / erm. 10,- Euro (restl. Blöcke)
jeweils zzgl. 2,50 Euro Vorverkaufs-Gebühr
Zu Beginn des Konzertes hören Sie Prokofjews zweite Suite aus der Ballettmusik zu der tragisch romantischen Geschichte von Romeo und Julia. In die Suite wurden insbesondere die musikalischen Porträts der Protagonisten und die wichtigsten Episoden aus dem Ballett aufgenommen, die sich der meisten Beliebtheit erfreuten. Schon in den ersten Takten wird der Hörer durch durchdringende Akkorde am Rande der Tonalität in die dramatische Atmosphäre des Kampfes zwischen den beiden verfeindeten Clans hineingesogen und von dem Schwung der melodiösen Themen mitgerissen. Der aggressiven Spannung der Tondichtung sind die zarten, lebhaften Themen, die in Verbindung mit Julias jugendlichem Übermut und dem Erwachen ihrer Liebe stehen, entgegengesetzt. Die dramatische Entwicklung gelangt schließlich in der Schlussszene zu ihrem Höhepunkt, in der Romeo von unruhiger Wut, Verwirrung, Trauer und Erinnerungen erfüllt an Julias Grab steht, bis schließlich eine endgültige Stille eintritt.
Die originellen Jazzkompositionen „Radioactive People“, „Asteroids!“ und andere Werke Daniel Glatzels bilden den Mittelteil des Konzertes. Eine Jazz- Zeitung berichtete im Januar 2008 folgendes über ihn und sein Orchester:
Er zählt mittlerweile zu den interessantesten und eigenwilligsten Saxophonisten und Komponisten der Jazz-Szene. Sein bislang größter Coup war die Gründung einer in der Musikszene Deutschlands einmaligen zwanzigköpfigen Kammer-Formation mit bis zu acht Streichern. Mit diesem "Andromeda Mega Express Orchestra" brachte er alle musikalischen Einflüsse und Visionen unter einen Hut: Jazz, Klassik, Neue Musik, aber auch Klänge aus Fernost.
Die individuell auf die Mitspieler des Andromeda Mega Express Orchestra zugeschnittenen Kompositionen Daniel Glatzels lassen einen energischen Ausdruck entstehen, der es schafft, Zuhörer aller Arten mitzureißen. Durch die Erweiterung der Jazzbesetzung durch das Sinfonieorchester des Jungen Ensembles Berlin eröffnen sich zusätzlich neue Klangwelten und Ausdrucksmöglichkeiten.
Den Abschluss bildet Igor Strawinskys Ballettmusik „Der Feuervogel“.
Welche Handlung würde sich besser dazu anbieten, die Macht der Musik zu verdeutlichen, als das Libretto dieser Komposition?
Beruhend auf zwei russischen Volksmärchen erzählt es die Geschichte vom jungen Prinzen Ivan, dessen sehnlichster Wunsch es ist, die vom bösen Zauberer Kastschej verschleppten Jungfrauen, darunter seine unsterblich Geliebte, aus der Gewalt des Magiers zu befreien. Doch der Zauberer und seine Dämonen stellen sich ihm entgegen und versuchen ihn zu töten. Plötzlich erscheint der mystischen Feuervogel und tritt dem Prinzen zu Seite. Kraft seiner Magie lässt der Feuervogel zauberhafte Musik erklingen, die die Dämonen dazu zwingt, den Kampf abzubrechen und einen grausigen Höllentanz (Infernal dance) auszuführen. Den Zauberer schläfert er durch seinen Gesang ein (Lullaby), sodass Ivor in der Lage ist, die Seele des Zauberers zu zerstören und somit die gefangenen Frauen und das ganze Land von der Tyrannis des Magiers zu befreien.
Die Vielseitigkeit des Märchenstoffes setzt eine komplexe klangliche- und rhythmisch-metrische Differenzierung voraus, in der sich ruhige melodiöse Momente unerwartet mit düster bedrohlichen und grell aggressiven Partien von einer brutalen Motorik abwechseln, die an Strawinskys Kompositionstechnik des Sacre du Printemps anmuten. Die Komplexität und die zahlreichen klanglichen Raffinessen des Werkes stellten die Tänzer vor ungewohnte Herausforderungen und verleihen dem Werk, auch losgelöst von szenischer Darbietung, einen hohen ästhetischen Eigenwert, wie er in der Tradition der Ballettmusik bisher durchaus nicht selbstverständlich war.
