Gemeinschaftskonzert des Sinfonieorchesters des JEB mit dem akademiska kapellet der Universität Lund, Schweden.
Programm:
Jean Sibelius - Finlandia
Sergej Prokofjew - Sinfonia concertante für Violoncello und Orchester
Peter Tschaikowsky - Sinfonie Nr. 6 "Pathetique"
Ort und Zeit:
Großer Saal der Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Straße 1, 10785 Berlin
Sonntag, 27.1.2007, 20:00 Uhr
Einführung
Das Konzert beginnt in großer Besetzung: Fast 120 junge Musiker aus Schweden und Deutschland spielen gemeinsam Jean Sibelius’ „Finlandia“. Dieses im 19. Jahrhundert komponierte Stück gilt als inoffizielle Nationalhymne Finnlands, das sich der damaligen russischen Herrschaft widersetzen wollte. Durch die Aufführung bei der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 machte Sibelius mit seiner Komposition nicht nur auf sich aufmerksam, sondern rückte auch das Bestreben der Finnen nach Unabhängigkeit in die Aufmerksamkeit des restlichen Europa.
Anschließend spielt das Akademiska Kapellets Symfoniorkester aus Lund Sergej Prokofjews Sinfonia Concertante in e-Moll für Cello und Orchester. Dieses große Werk wurde zu Ehren des berühmten Cellisten Mstislav Rostropowitsch komponiert, der dieses am 18. Februar 1952 uraufführte. Trotz dieser musikalischen Errungenschaft wurde Prokofjew vom Zentralkomitee mit kritischen Augen betrachtet, weil das Cellokonzert als bürgerliches und systemkritisches Werk eingestuft wurde und nicht dem musikalischen Verständnis der politischen Führung entsprach. Jedoch ist die Sinfonia Concertante ein virtuoses Stück und gilt als eines der schwersten Werke der Celloliteratur.
„Ich plane eine grandiose Sinfonie zu schreiben, die den Schlussstein meines ganzen Schaffens bilden soll.“ Diese Worte schrieb Tschaikowsky nach Vollendung seiner 5. Sinfonie an den Großfürsten Konstantin. Seine (letzte) Sinfonie Nr. 6 „Pathétique“ sollte „für alle ein Rätsel bleiben“, weshalb er ihr anstatt „Programmsinfonie“ den Beinamen „Pathétique“ gab. Tschaikowsky litt nach der Uraufführung am 28. Oktober 1893 in St. Petersburg darunter, dass er „weder das Orchester noch das Publikum davon überzeugen konnte, dass dies mein bestes Werk ist“ und dass er nie mehr etwas Besseres werde schreiben können. Erst in den Folgejahren, nach seinem Tod, erlangte die „Pathétique“ ihre bis heute bestehende Berühmtheit und Wertschätzung.
Der letzte Satz der Sinfonie endet hoffnungslos, resignierend und tragisch in einem h-Moll Akkord der tiefen Streicher. Die „Pathétique“ zeigt bis heute noch ihre große musikalische Wirkung - insbesondere nach Verklingen der letzten Töne.
B. Mönch
