Philharmonie Berlin (Großer Saal)Flyer Januar 2012
Sonntag, 29. Januar 2012, 20 Uhr

Junges Ensemble Berlin | Sinfonieorchester

Programm
Ludwig van Beethoven: Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 (op. 72b)
Marius Felix Lange: norðr (Uraufführung eines Auftragswerks)
Peter I. Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5 e-moll (op. 64)

Musikalische Leitung
Michael Riedel

Ein Berliner Jugendorchester – ein Berliner Komponist – eine Uraufführung in der Berliner Philharmonie
norðr (altnordisch für „Norden“ oder „nordwärts“) ist inspiriert von der Vorstellung einer aus Okkupationsdrang geborenen Reise in einen mythisch-symbolhaften Norden. In drei Sätzen (funding – Der Fund, dans – Tanz, norðr –Norden) entfaltet sich dabei unter der erzählenden Oberfläche eine musikalische Entwicklung vom Gegenständlichen zum Abstrakten. Marius Felix Lange, Jahrgang 1968, studierte zunächst Geige und anschließend Komposition bei Prof. Ulrich Leyendecker in Mannheim und Filmmusik und Sounddesign an der Filmakademie Ludwigsburg. Mit seiner Oper „Das Opernschiff“ (Libretto Elke Heidenreich) gewann er 2005 den 1. Preis des 1. Internationalen Kompositionswettbewerbs Köln. Nach seiner neuesten Oper „Schneewittchen“ (UA Oper Köln April 2011, Neuinszenierung in französischer Sprache Dezember 2012 an der Opéra national du Rhin in Strasbourg) schreibt er zurzeit an der Großen Familienoper „Das Gespenst von Canterville“, die im November 2013 am Opernhaus Zürich uraufgeführt wird.

Ludwig van Beethoven schrieb in seinem Leben lediglich eine Oper: Fidelio. Das Libretto fußt auf dem der Oper „Léonore ou l’amour conjugal“ von Jean Nicolas Bouilly. Der Entstehungsprozess ist komplex: Beethoven schrieb mehrere Fassungen seiner Oper und zu diesen Fassungen insgesamt vier Ouvertüren. Weil zur Uraufführung der Endfassung 1814 die Fidelio-Ouvertüre noch nicht fertig war, griff Beethoven zur Leonoren-Ouvertüre Nr. 3. Diese Ouvertüre wird – eine Tradition, die Gustav Mahler begründete – heutzutage oft als Intermezzo vor dem Finale eingefügt oder – einer Idee des Dirigenten Ferenc Fricsay folgend – am Schluss als dramatische Zusammenfassung genutzt. Ist sie also Fidelio im Kurzformat?
Ihre Bedeutung für Beethovens Oper ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen.

Das unwiderruflich herannahende, unaufhaltsame Schicksal, dass die Souveränität der menschlichen Existenz in Frage stellt, ist ein zeitloses Motiv in der Kunst. Nachdem Ludwig van Beethoven ihm –auch in seiner fünften Sinfonie- herausfordernd „in den Rachen greifen“ wollte, scheint auch die Sinfonie Nr. 5 Peter Tschaikowskys ganz von ihm durchdrungen: Mit der „völlige(n) Ergebung in das Schicksal oder, was dasselbe ist, in den unergründlichen Ratschluss der Vorsehung“ beginnt sie, dasselbe Schicksalsmotiv durchzieht alle Sätze, verbindet von Anfang bis Ende. Nachdem erst düstere Töne erklingen, folgt im zweiten Satz ein vom Komponisten als „Lichtstrahl“ bezeichnetes Hornsolo. An einen grazilen, besonnenen Walzer schließt das feierliche Finale an, in dem nach der Dunkelheit in Moll ein strahlendes Dur ertönt.

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